Der VSP - Verein für Sozialpsychiatrie e.V. (VSP) in Reutlingen ist seit 1972 ein engagierter Akteur in der Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Unsere Grundhaltungen spiegeln unser Bestreben wider, ein inklusives und gerechtes Umfeld zu schaffen, in dem jeder Mensch die Möglichkeit hat, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dieses Dokument beschreibt die Prinzipien, die unser Handeln leiten und unsere tägliche Arbeit prägen und ist uns Ansporn, die genannten Ziele weitgehend zu erreichen, zu pflegen und zu bewahren.
Grundhaltungen des Vereins
1. Entstigmatisierung und Anti-Diskriminierung
Die Förderung von Akzeptanz, Offenheit und Dialog stärkt die gleichberechtigte Teilhabe. Durch das Leben dieser Werte setzen wir uns aktiv gegen Stigmatisierung und Diskriminierung psychisch erkrankter Menschen ein. Diskriminierendes Verhalten wird klar nicht toleriert, und ein wertschätzendes Miteinander im Verein wird verbindlich gefordert.
Menschen mit psychischen Erkrankungen leiden nicht nur unter Symptomen, sondern vielfach auch an den Folgen von Stigmatisierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Dies verlängert den Leidensweg oft erheblich, verhindert Lebenschancen und erschwert eine gleichberechtigte Teilhabe. Als VSP setzen wir uns aktiv dafür ein,... [weiterlesen]
Vorurteile auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene abzubauen. Wir wollen Menschen in ihrer Vielfalt kennenlernen, mit all ihren Ecken und Kanten annehmen und Empathie fördern.
Durch Aufklärungsarbeit und Kampagnen, zum Beispiel mit der Botschaft „Es ist normal, verschieden zu sein“, möchten wir das Bewusstsein stärken, dass psychische Erkrankungen Teil des Lebens sind. Wir treten entschieden gegen jede Form von Diskriminierung ein und unterstützen Klient*innen, wenn sie Diskriminierung erleben. Wir legen großen Wert darauf, dass sich jede*r Mitarbeiter*in beim VSP jetzt und in Zukunft wohl und wertgeschätzt fühlt. Dafür achten wir auf einen achtsamen und wertschätzenden Umgang miteinander. Damit dies so bleibt, kommunizieren wir unsere Grundhaltungen schon vor dem Arbeitsvertrag, um sicherzustellen, dass unsere Werte auch von neuen Kolleg*innen vertreten werden. Sowohl für Mitarbeitende wie auch für Klient*innen gibt es eine Selbstverpflichtungserklärung, die vor Beginn der Zusammenarbeit besprochen werden muss.
2. Prävention und Gewaltschutz
Früherkennung und Prävention psychischer Erkrankungen sind zentral. Gewaltschutzmaßnahmen schützen Klient*innen, Mitarbeitende und Gastfamilien. Prävention, Intervention und Nachsorge sind fester Bestandteil unserer Arbeitsweise. Prävention ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Der VSP geht davon aus, dass Prävention - wie bei allen anderen Erkrankungen auch - wirksam ist. Deshalb etablieren wir präventive Angebote für verschiedene Lebenslagen, um Menschen Zugang zu notwendiger Unterstützung zu ermöglichen. Wir bieten... [weiterlesen]
präventive Maßnahmen an, um psychische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Ein weiterer Aspekt der Prävention betrifft den Schutz vor Gewalt. Gewaltschutzmaßnahmen sind integraler Bestandteil unserer Arbeit – sie richten sich gleichermaßen an Klient*innen, Mitarbeitende und Gastfamilien.
Wir sind davon überzeugt, dass es nur in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gruppen gelingen kann, Gewaltschutz wirksam in die Praxis umzusetzen; gegebenenfalls unter Einbeziehung externer Partner*innen, wie etwa den Fachberatungsstellen oder der Polizei. Präventive Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt sind fest in unseren Arbeitsabläufen verankert. Schutzkonzepte werden von Beginn an kommuniziert und auf allen Ebenen zugänglich gemacht. Ein weiterer Baustein des Gewaltschutzes ist die Selbstverpflichtungserklärung, die allen Beschäftigten (und Gastfamilien) vor Beschäftigungsbeginn vorgelegt wird und deren Unterzeichnung Voraussetzung für eine Einstellung bzw. Zusammenarbeit ist. Zudem legen wir Wert darauf, dass wir diese Haltungen auch mit den Klient*innen thematisieren.
Die Schulung spezieller Gewaltschutz-Beauftragter innerhalb des VSP, die bei Anliegen sowohl für Mitarbeitende als auch Klient*innen erreichbar sind, ist für uns selbstverständlich. Neben der Prävention widmen sich diese auch den Themen Deeskalation, Intervention und Nachsorge nach Gewalterlebnissen.
3. Offenheit, Diversität und Vielfalt
Wir fördern eine Kultur der Offenheit und schätzen kulturelle, religiöse und soziale Vielfalt. Herausforderungen bei Diversität werden aktiv angegangen, um ein inklusives Umfeld zu schaffen, das Kreativität und Gemeinschaft stärkt. Wir verstehen Vielfalt als eine Bereicherung. Deshalb fördern wir eine Kultur der Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lebensentwürfen, Weltanschauungen, Religionen, Kulturen und Nationalitäten. In einer heterogenen Gesellschaft wollen wir... [weiterlesen]
im VSP Räume schaffen, in denen sich jede und jeder willkommen und respektiert fühlen kann. Ein offenes Klima stärkt Gemeinschaftsgefühl, Kooperation und Kreativität. Zudem kann ein vielfältiges Team von den Stärken und Talenten jedes Einzelnen profitieren und somit Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und innovative Lösungsansätze entwickeln.
Wir sind uns darüber bewusst, dass die Personalzusammensetzung im VSP nicht die Vielfalt in der Gesellschaft widerspiegelt und wollen uns damit auseinandersetzen wie der VSP diverser werden kann. Daher ist es uns wichtig, unterschiedlichste kulturelle, nationale und auch religiöse Hintergründe und die damit verbundenen individuellen Lebensentwürfe aller, in unserem Verein zu wahren und diese Vielfalt weiter zu fördern.
4. Partizipation, Beteiligungskultur und Vertrauen
Klient*innen werden als Expertinnen ihrer Lebenswelt einbezogen. Partizipation von Mitarbeitenden und Klient*innen ist essenziell. Offene Informationspolitik und hierarchieübergreifende Arbeitsgruppen fördern Mitgestaltung. Vertrauen ersetzt Kontrolle und bildet die Basis erfolgreicher Zusammenarbeit. Die gelebte Beteiligungskultur im VSP ist ungewöhnlich für einen Verein dieser Größe und Ausdifferenziertheit und gleichzeitig essenziell für unser Grundverständnis. Beteiligungskultur heißt, dass wir... [weiterlesen]
wo immer möglich und sinnvoll die von Entscheidungen Betroffenen am Entscheidungsfindungsprozess beteiligen. Dies braucht als Voraussetzung zunächst Information, um sich überhaupt beteiligen zu können. Deshalb werden im VSP alle relevanten Informationen allen Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt, es sei denn individuelle Persönlichkeitsrechte oder andere wichtige Gründe stehen dem entgegen. Dies schließt in der Regel die Tagesordnungen und Protokolle aller Organe und übergreifender Entscheidungsgremien des Vereins ein. Damit schaffen wir unabhängig davon, an welcher Stelle und von welchen Personen Entscheidungen getroffen werden, jeweils die Möglichkeit, sich mit den eigenen Anliegen an der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Darüber hinaus bietet der VSP bei grundlegenden Fragen und/oder Zielen die Möglichkeit, sich über hierarchieübergreifend und nach Möglichkeit repräsentativ besetzte Arbeitsgruppen an der inneren und äußeren Weiterentwicklung des VSP zu beteiligen.
Die Beteiligung von Klient*innen gehört für uns zu den zentralen Voraussetzungen einer menschenrechtsorientierten sozialen Arbeit. Ihr Erfahrungswissen ist für uns eine unverzichtbare Ressource. Wir setzen Klient*innen mit oder ohne Ex-In Ausbildung in möglichst vielen Bereichen ein und profitieren von ihren Erfahrungen. Dieses Wissen nutzen wir systematisch für die Entwicklung und Verbesserung unserer Angebote. Gleichzeitig bestärken wir Menschen, ihre Rechte einzufordern und ermutigen sie, selbstbewusst und beharrlich ihre Sichtweisen einzubringen. Partizipation reicht dabei von der individuellen Lebensplanung über Entscheidungen in vereinsinternen Einrichtungen bis hin zu kommunalpolitischem Engagement. Empowerment verstehen wir als Weg zur Selbstbefähigung und gleichberechtigten Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen.
Auch in der Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums achten wir auf Beteiligungsoptionen. Das Aufsichtsgremium setzt sich aus Vertreter*innen verschiedener Interessengruppen zusammen: Menschen von Extern mit Fachwissen, Mitarbeitenden und Menschen mit Erfahrungswissen. Diese Vielfalt und insbesondere die Mitarbeit von Betroffenen im Aufsichtsgremium stellt sicher, dass unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden und der Verein seine Ziele effektiv verfolgen kann. Das Aufsichtsgremium überwacht die Einhaltung der Vereinsziele, unterstützt die strategische Weiterentwicklung des VSP und arbeitet vertrauensvoll mit der Geschäftsführung zusammen.
Vertrauen bildet die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Klient*innen, Mitarbeitenden und Partner*innen. Wir pflegen eine offene Kommunikation und setzen auf Transparenz in allen Bereichen unserer Arbeit. Dieses Vertrauen ermöglicht es uns, gemeinsam Herausforderungen zu meistern.
Wir im VSP vertrauen auf die Fachlichkeit und die Intuition unserer Mitarbeitenden im Kontakt mit Kolleg*innen und Klient*innen. Neben der flachen Hierarchie setzen wir in erster Linie auf Vertrauen statt auf Kontrolle, verbunden mit Angeboten zum regelmäßigen Austausch in Supervision und Team- sowie Jahresgesprächen. Dieses Vertrauen setzt ein hohes Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden voraus, auf das der VSP zählen kann. Der Betriebsrat vertritt dabei die Interessen der Mitarbeitenden konstruktiv und partnerschaftlich gegenüber der Geschäftsführung. Er fördert Dialog, vermittelt in Konflikten und trägt zur guten Balance von Arbeitsbedingungen und Qualitätsanspruch bei.
5. Kooperation, Konkurrenz und sozialpolitisches Engagement
Kooperationen mit Fachorganisationen sind Grundlage unserer Arbeit und Öffnung zur Gesellschaft. Konkurrenz wird als Ansporn gesehen. Sozialpolitisch vertreten wir Rechte und Interessen psychisch Erkrankter. Wir kooperieren mit anderen Organisationen, um Synergien zu nutzen und gemeinsame Ziele zu erreichen. Gleichzeitig sehen wir Konkurrenz als... [weiterlesen]
Ansporn zur kontinuierlichen Verbesserung unserer Angebote und Mittel zur Förderung von Angebotsvielfalt und Wahlmöglichkeiten für Klient*innen. Durch Kooperationen mit lokalen Vereinen und Einrichtungen können wir unser Netzwerk erweitern und unseren Klient*innen umfassendere Unterstützung bieten. Wir sind bestrebt, unseren Blick immer wieder über unseren eigenen Tellerrand hinaus zu weiten und neben der Arbeit im Rahmen des Gemeindepsychiatrischen Verbundes die konkrete Kooperation mit Organisationen auch außerhalb der Sozialpsychiatrie vor Ort aufzubauen.
Zugleich engagieren wir uns in sozialpolitischen Prozessen. Wir vertreten die Interessen unserer Klient*innen gegenüber Politik und Gesellschaft, sowohl lokal als auch bundesweit. Wir arbeiten sozialanwaltschaftlich, bestärken Menschen mit psychischen Erkrankungen, ihre Rechte beharrlich einzufordern, und nutzen politische Räume, um Teilhabe zu fördern. Auf sozialpolitischer Ebene bedeutet das, dass wir uns dafür einsetzen, Normalitätsvorstellungen zu erweitern. Viele unserer Klient*innen leiden darunter, scheinbar nicht „normal“ zu sein und geraten dadurch immer wieder in psychische Krisen. Die gesellschaftliche Anerkennung sehr unterschiedlicher Lebensentwürfe könnte diesen Klient*innen helfen, ein selbstbewussteres Leben zu führen. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der unterschiedliche Lebensweisen anerkannt und akzeptiert werden.
Die Beteiligung von Klient*innen gehört für uns zu den zentralen Voraussetzungen einer menschenrechtsorientierten sozialen Arbeit. Ihr Erfahrungswissen ist für uns eine unverzichtbare Ressource. Wir setzen Klient*innen mit oder ohne Ex-In Ausbildung in möglichst vielen Bereichen ein und profitieren von ihren Erfahrungen. Dieses Wissen nutzen wir systematisch für die Entwicklung und Verbesserung unserer Angebote. Gleichzeitig bestärken wir Menschen, ihre Rechte einzufordern und ermutigen sie, selbstbewusst und beharrlich ihre Sichtweisen einzubringen. Partizipation reicht dabei von der individuellen Lebensplanung über Entscheidungen in vereinsinternen Einrichtungen bis hin zu kommunalpolitischem Engagement. Empowerment verstehen wir als Weg zur Selbstbefähigung und gleichberechtigten Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen.
Auch in der Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums achten wir auf Beteiligungsoptionen. Das Aufsichtsgremium setzt sich aus Vertreter*innen verschiedener Interessengruppen zusammen: Menschen von Extern mit Fachwissen, Mitarbeitenden und Menschen mit Erfahrungswissen. Diese Vielfalt und insbesondere die Mitarbeit von Betroffenen im Aufsichtsgremium stellt sicher, dass unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden und der Verein seine Ziele effektiv verfolgen kann. Das Aufsichtsgremium überwacht die Einhaltung der Vereinsziele, unterstützt die strategische Weiterentwicklung des VSP und arbeitet vertrauensvoll mit der Geschäftsführung zusammen.
Vertrauen bildet die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Klient*innen, Mitarbeitenden und Partner*innen. Wir pflegen eine offene Kommunikation und setzen auf Transparenz in allen Bereichen unserer Arbeit. Dieses Vertrauen ermöglicht es uns, gemeinsam Herausforderungen zu meistern.
Wir im VSP vertrauen auf die Fachlichkeit und die Intuition unserer Mitarbeitenden im Kontakt mit Kolleg*innen und Klient*innen. Neben der flachen Hierarchie setzen wir in erster Linie auf Vertrauen statt auf Kontrolle, verbunden mit Angeboten zum regelmäßigen Austausch in Supervision und Team- sowie Jahresgesprächen. Dieses Vertrauen setzt ein hohes Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeitenden voraus, auf das der VSP zählen kann. Der Betriebsrat vertritt dabei die Interessen der Mitarbeitenden konstruktiv und partnerschaftlich gegenüber der Geschäftsführung. Er fördert Dialog, vermittelt in Konflikten und trägt zur guten Balance von Arbeitsbedingungen und Qualitätsanspruch bei.
6. Bürgerschaftliches Engagement und Mitgliedschaft im Verein
Ehrenamtliches Engagement und Patenschaften sind wichtige Säulen der Vereinsarbeit. Bürger*innen bringen ihre Interessen ein und stärken soziale Netzwerke durch unterstützende Beteiligung. Der VSP fördert das bürgerschaftliche Engagement durch die Einbindung von Ehrenamtlichen und die Förderung von Patenschaften. In vielen Fachbereichen können sich Menschen aus der Bürgerschaft engagieren und bereichern mit den eigenen Perspektiven. Bürgerschaftlich Engagierte werden geschult und erhalten... [weiterlesen]
fachliche Unterstützung in ihrer jeweiligen Tätigkeit. Diese Form des Engagements stärkt das soziale Netz und ermöglicht es Betroffenen, Unterstützung aus der Gemeinschaft zu erhalten. Wir laden Bürger*innen ein, sich mit ihren Hobbys und Interessen einzubringen, sei es durch Schachspielen, Wanderungen oder kulturelle Aktivitäten. Auch die Mitgliedschaft im VSP bietet die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung unserer Arbeit. Mitglieder können sich einbringen, unsere Projekte unterstützen und zur Verwirklichung unserer Ziele beitragen. Mitglied können explizit auch Mitarbeitende und Klient*innen werden.